BARF für dünne und sportliche Hunde

BARF für dünne und sportliche Hunde
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Sowohl zu dünnen als auch sehr aktiven Hunden muss vermehrt Energie in den Fressnapf gefüllt werden. Magere Tiere müssen schonend wieder aufgebaut werden, um an Gewicht zu gewinnen ohne den Stoffwechsel zu belasten. Fette, reichhaltige Mahlzeiten können den Stoffwechsel und vor allem die Leber des Tieres schnell belasten. Hoch verdauliche Menüs in ausreichender Menge sind somit gesünder und bekömmlicher. Ergänzt werden kann das Futter mit hochwertigem, kaltgepressten Leinöl, das zusätzliche Energie liefert. Mehrere kleine, handwarme Portionen über den Tag verteilt, erhöhen die Verdaulichkeit.

Hat der Hund ein zu niedriges Gewicht, muss die Menge für das angestrebte Endgewicht verfüttert werden.

Für zu dünne und für sehr aktive Hunde können gut marmorierte und sehr fette Fleischsorten gewählt werden. Hierzu gehören Ente, Schwein oder auch Rind mit dickem Fettrand. Weiterhin sollte das energiereiche BARF Menü Getreidesorten ohne Gluten, wie z.B. Dinkel oder Amaranth enthalten, da die viel Stärke und Kohlenhydrate liefern.

Fütterungsmanagement

Da die Tagesportion für diese Hunde bis zu einem Drittel größer ausfällt als für einen normal gewichtigen Hund, sollte sie auf drei kleinere Portionen aufgeteilt werden. So wird sichergestellt, dass der Magen nicht zu stark gefüllt wird, was zu einer Magendrehung führen kann. Weiter ist es wichtig, immer nach der Bewegung, dem Gassi gehen oder dem Training zu füttern, damit der Hund sein Fressen in Ruhe verdauen kann. Bewegung mit stark gefülltem Magen kann neben einer Magendrehung zu einer schlechten Futterverwertung führen. Folgen dieser kann Durchfall sein, der ein Zeichen dafür ist dass der Hund sein Futter nicht vollständig verdaut hat. Frisst der Hund sein Futter nicht sehr gerne, so kann das Fleisch zum Barfen leicht geagrt oder erhitzt werden, so dass sich der Geruch intensiviert und der Geschmack verbessert wird.

Zusätzliche Kalorien für den Hund

Neben einer energiereichen Mahlzeit mit fettem Fleisch, kann das BARF Menü um noch ein paar Kalorien ergänzt werden. Die einfachste Variante hierfür sind Öle oder Fette. Diese können 3-4x pro Woche der BARF Portion beigemischt werden. Neben zusätzlicher Energie liefert das Öl wertvolle Fettsäuren, sowie Nährstoffe. Wichtig ist es kalt gepresste Pflanzenöle zu verwenden, da der Hunde diese gut verwerten kann und sie noch alle Nährstoffe enthalten. Auch Lachsöl ist ein gutes Fett zur Nahrungsergänzung.

Gründe für ein Untergewicht

Neben einer Futterumstellung und einer Anpassung der Futterration muss immer auch nach den Gründen für das Untergewicht geguckt werden. So kann beispielsweise ein Wurmbefall des Hundes vorliegen, welcher sich häufig als Untergewicht äußert. Kontrolliert werden kann das über eine Kotuntersuchung beim Tierarzt. Außer Parasiten kann auch Stress beim Hund zur Abmagerung führen. Durch die vermehrten Stresshormone kommt es zu einem verstärkten Fettabbau, so dass der Hund an Gewicht verliert. Der Besitzer muss herausfinden, was sein Tier stresst und ihm durch ein gleichmäßigen Tagesablauf seine Routine zurück geben. Stress kann auch durch einen Umzug oder eine Urlaubsreise ausgelöst werden. In solchen Situationen ist ein Gewichtsverlust leicht zu erklären. Stoffwechselstörungen sind ebenfalls möglich wenn das Tier plötzlich stark abmagert. In solchen Fällen gibt eine medizinische Blutuntersuchung Aufklärung.

Besondere Fleischsorten

In Situationen, in denen das Tier mehr Energie benötigt, kann gerne zu Fleischsorten gegriffen werden, die vom normalen BARF Speiseplan abweichen. Besonders beliebt für diesen Zweck ist das Euterfleisch vom Rind. Dieses liefert nicht nur jede Menge Energie und Fett, sondern enthält noch viele weitere wertvolle Nährstoffe. Durch die im Euter verlaufenden Milchgänge und Zisternen ist das Gewebe sehr reich an Calcium und Vitaminen. Hunde, die einen erhöhten Nährstoffbedarf besitzen, werden durch dieses Fleisch aufgrund dessen sehr gut versorgt. Aufgrund seines hohen Fettgehaltes ist es sehr schmackhaft und kann auch mäkelige Vierbeiner schnell überzeugen. In getrockneter Form ist es auch sehr gut als Leckerlis zu verwenden.